
Lampertheim, hör hin
by ʂƙҽҽҽȥ•68
Lyrics
Intro
Lampertheim, hör hin.
Hinter den Gärten liegt noch ein anderes Gesicht.
Verse 1
Am Bahnhof klebt der Regen auf dem Stein,
letzter Bus, die müden Fenster bleiben klein.
Ein Kiosk zählt die Stunden, keiner fragt,
wer seine ganze Wut bis morgen tragen mag.
Am Altrhein zieht der Abend grau vorbei,
die schönen Bilder lassen manchen außen vor dabei.
Du sagst: „Hier kennt doch jeder jeden“ — sag mir, wer
sieht die stille Hand, die zittert hinterm Vorhang schwer?
Pre-Chorus
Und wenn die Haustür fällt, bleibt keiner stehen,
zu viele wissen nicht, wohin sie gehen.
Ich trag den Zorn wie Kiesel in der Brust,
und unter allem liegt die alte, bittere Verlust.
Chorus
Lampertheim, unter deinem stillen Kleid
liegt ein Herz aus Kälte, Müdigkeit.
Ich hass, was Menschen klein und sprachlos macht,
ich trauer um die, die keiner sieht bei Nacht.
Lampertheim, hör die Stimme aus dem Grau:
Nicht jeder, der hier lebt, kommt wieder heil nach Haus.
Kein Hass auf die, die unten durch die Tage gehn—
mein Hass gilt den Verhältnissen, die sie übersehn.
Verse 2
Schicht um Schicht, der Wecker frisst den Schlaf,
ein leerer Kühlschrank macht die Küche scharf.
Ein Kind lernt früh, den Ärger wegzudrehn,
weil große Leute lieber auf die Zahlen sehn.
Auf dem Platz wird aus Gerede schnell ein Urteil,
wer anders klingt, bekommt den kalten Blick als Beutel.
Und hinter jeder Wand, die ordentlich erscheint,
ist manchmal einer, der seit Wochen nicht mehr weint.
Pre-Chorus
Wenn keiner fragt, wird Schweigen zur Gewohnheit,
und jede kleine Wunde wächst zur Feindlichkeit.
Ich spuck den Zorn nicht auf die, die ihn verstehn—
ich tret gegen Mauern, die sich nicht bewegen.
Chorus
Lampertheim, unter deinem stillen Kleid
liegt ein Herz aus Kälte, Müdigkeit.
Ich hass, was Menschen klein und sprachlos macht,
ich trauer um die, die keiner sieht bei Nacht.
Lampertheim, hör die Stimme aus dem Grau:
Nicht jeder, der hier lebt, kommt wieder heil nach Haus.
Kein Hass auf die, die unten durch die Tage gehn—
mein Hass gilt den Verhältnissen, die sie übersehn.
Bridge
Mutter zählt die Münzen, Vater schweigt im Flur,
auf dem Tisch ein Brief, doch keine Antwortspur.
Du bist nicht deine Straße, nicht dein schlimmster Tag,
nicht das harte Wort, das keiner zurücknahm.
Doch ich bin wütend, weil man wegschaut und dann sagt:
„War schon immer so“ — als wär das eine Antwort.
Final Chorus
Lampertheim, unter deinem stillen Kleid
liegt ein Herz, das um ein Morgen schreit.
Ich hass, was Menschen klein und sprachlos macht,
ich trauer um die, die keiner sieht bei Nacht.
Lampertheim, wir nennen alles, was hier bricht,
kein falsches Heldentum, kein gnädiges Gesicht.
Kein Hass auf die, die unten durch die Tage gehn—
mein Hass gilt den Verhältnissen, die sie übersehn.
Outro
Am Bahnhof klebt der Regen auf dem Stein.
Lampertheim, du bist mehr als dein Schweigen allein.